Comrades Marathon 2009 der Dritte...
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Ich lief jetzt weiter mit Louis zusammen und wir unterhielten uns etwas. Die Bill Rowan Medaille wollte er heute schaffen, also unter 9 Stunden finishen. Das war ja auch mein erklärtes Ziel, obwohl ich mir eine Zeit um die 8:30 Std. vorstellte. Louis stellte mich noch einigen seiner Kumpels vor und das Ganze lenkte mich etwas vom Laufen ab. Auf den Bergabpassagen ließ ich Louis ziehen, bei den Anstiegen holte ich ihn wieder ein. Nur so geht es, unter allen Umständen wollte ich meinen eigenen Laufrhythmus beibehalten. Bis kurz nach "Umlaas Road", dem höchsten Punkt der Strecke (KM 17) habe ich Louis gesehen. Dann lief er mir weg und ich habe ihn auch später nicht mehr gesehen. Ich fühlte mich immer noch recht frisch und war guter Dinge. Jetzt folgte ein Streckenabschnitt, der mir ein zügiges Vorankommen ermöglichte. Lion Park - Camperdown - Cato Ridge - Harrison Flats waren kleine Orte, wo es Spaß machte hindurchzulaufen da es dort besonders viele Zuschauer gab. In Camperdown traf ich auf die deutsche Zuschauergruppe und ich gab einem in Südafrika lebenden deutschen Journalisten ein kurzes Interview. Übrigens, die Gegend hieß hier "Land Of 1000 Hills". Nur mal so am Rande.
So allmählich bereitete ich mich auf die kommenden Schwierigkeiten vor. Inchanga galt es zu bezwingen. Inchanga ist der zweite der Major Hills beim Comrades Marathon und die erste große Herausforderung beim Downrun. Apropos Downrun, bis weit nach Hillcrest bei 53 km merkte man nicht, dass man gerade den Bergablauf läuft. Inchanga bin ich wie vor zwei Jahren gut hochgekommen. Unterwegs grüßte ich kurz die nette Dame an einem physiotherapeutischen Servicestand. Sie hatte mir auf der Marathonmesse am Samstag diese futuristischen roten Tapes am Oberschenkel angelegt. An Inchanga fürchte ich auch mehr den langen harten Abstieg, denn der kündigt in der Regel die ersten deutlich spürbaren Ermüdungen an. Kurz vor dem Top Inchangas hat man erst einen normalen Marathon hinter sich gebracht. Danach folgt der erste heiß ersehnte Punkt - Halfway in Drummond. Die Stimmung hier ist echt spitze. Ein Blick auf die Uhr und auf mein Pacearmband verrieten mir, dass ich im Moment auf Zielzeit 8:20 Stunden laufe. Bei 4:09:27 überquere ich die Zeitmatte. Inchanga merkte ich aber jetzt spürbar in beide Oberschenkel.
Nach Erreichen der Halfwaymarke ging es etwa 7 km überwiegend bergauf. "Arthurs Seat" und "Wall Of Honours", zwei bekannte Landmarks auf der Comrades Route, kreuzten die Strecke. Ich zollte wieder der Legende um Arthur Newton Respekt und legte einen Grashalm in der Nische im Stein ab. "Good morning Arthur" sprach ich und verneigte mich. Andere Läufer taten es mir gleich. Jetzt konnte ja laut dieser Legende nichts mehr schief gehen im zweiten Teil des Rennens. Arthur Newton hatte bei einem seiner damaligen Siege diese Stelle in Führung liegend aufgesucht und genüsslich an einer Zigarre gelabt. Dennoch hatte er trotz der Pause später gewonnen. Ob es wirklich stimmt, weiß man heute nicht genau. Um Kräfte zu sparen schlug ich jetzt langsam die ersten Gehpausen ein. Teilweise waren die Anstiege recht knackig und ich dachte an die guten Ratschläge der Comrades Experten. Botha's Hill, der Dritte der "Big Five", war geschafft. Trotz der Gehpausen lag ich noch ganz auf meinem Zeitkurs, aber so richtig frisch habe ich mich nicht mehr gefühlt. Die Beine wurden jetzt immer müder.
Kurz nach der Hälfte der Strecke - Die Wall of Honour
Bill Rowan war 1921 der erste Gewinner des Comrades in einer Zeit von 8:59 Stunden. Dafür ist ihm eine Erinnerungsmedaille gewidmet.
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