Comrades Marathon 2007 die Premiere
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Startvorbereitungen
An dem Tag vor dem großen Lauf hatte ich mir nicht mehr viel vorgenommen. Nochmals sind Klaas und ich über die jetzt sehr hektisch gewordene Marathonmesse geschlendert, Postkarten geschrieben, ein wenig im Internet gesurft und getrunken... getrunken... getrunken. Das tat ich schon seit Tagen mit einem speziellen "Carboloading" Produkt des Comrades-Getränkelieferanten und großen Hauptsponsoren Energade. Wer das mochte, konnte sich auch gerne auf einer Besichtigungstour ablenken. Möglichkeiten dazu findet man vorher zu Hause im Internet.
Meine Laufausrüstung zog ich mir sicherheitshalber noch mal komplett an, um sicher zu gehen, dass ich auch ja keine Kleinigkeit vergessen habe. Laufen würde ich mit einem Triathlon-Shirt, einer Runningshort bekleidet und einem "Buff" zum Schutz gegen die heiße Sonne. Dazu sollten sich eine langärmelige alte Laufjacke, eine Stoppuhr, ein Championchip mit Halteband, die Sonnenbrille, ein Pacearmband und ein vollgestopfter Laufgürtel gesellen. Meinen Pulsgurt habe ich bewusst gar nicht erst mit eingepackt. Auf der Comrades-Strecke mit Pulsmessung zu laufen, versetzt mich nur unnötig in Panik, dachte ich mir. Mit das Wichtigste überhaupt war mir auch mein iPod, der mich auf der Strecke mit etwas Musik unterhalten sollte.
Nach einem frühen und kohlehydratreichen Abendessen ging ich zeitig schlafen. Immerhin brachte ich es auf fünf Stunden, bei denen die Augen geschlossen blieben und ich tief und fest schlummern konnte. Um 1:30 Uhr klingelte der Wecker. Alles verlief nun nach Plan und ich erschien pünktlich um zwei zum Frühstück. Ein wirklich toller Service des Hotels. Es gab ein vollwertiges Frühstück, so wie ich es von den Tagen zuvor gewohnt war. Kein Notfrühstück! Viele mir mittlerweile bekannten Gesichter frühstückten ebenfalls. Alle Hotelgäste schienen heute zu laufen.
Jetzt war es 2:45 Uhr und ich brach auf, um an die Abfahrtstelle der Shuttlebusse zu gelangen. Um diese Uhrzeit alleine durch Durban zu marschieren sollte man eigentlich vermeiden. Aber erstens ist die Abfahrtsstelle nur kurz um die Ecke und zweitens sind zigtausend Läufer auf den Beinen. Die ersten Busse starten pünktlich um 3:00 Uhr. Eine lange Schlange von Läufern entstand schnell vor den wartenden Bussen und auch die Busse selbst bildeten eine lange Schlange. Alles ging sehr gesittet zu und jeder fieberte bereits dem baldigen Start entgegen. Auch Klaas und Dave traf ich wieder. Eine gute Ablenkung! Jetzt verspürten wir wahrhaftig echtes Comrades Feeling.
Auch in Pietermaritzburg verlief die weitere
Vorbereitung nach Plan. Ich hatte nach Ankunft des Busses noch etwa 40 Minuten Zeit, um in meinen vorgesehenen Startblock zu gelangen. Pünktlich um 5:15 Uhr sollten die Startblöcke geschlossen werden. Verpasste man die Meldezeit, musste man aus dem letzten Block starten. Mit Vaseline und Sonnencreme habe ich mir die wichtigsten Stellen am Körper eingeschmiert. Uns sollten heute 27°C erwarten und es drohte damit eine ziemliche Hitzeschlacht zu werden. Vor den Toiletten und vor der Kleiderbeutelabgabe bildeten sich lange Warteschlangen. Das Anstehen an der Kleiderbeutelschlange war nicht so schlimm, da die internationalen Starter bereits eine Nummer zur Beutelabgabe bei Ausgabe der Startnummer bekamen und den Beutel jetzt nur noch dem Personal übergeben mussten. Die einheimischen Starter hatten diesen Vorteil nicht. Das große Geschäftchen ließ ich heute morgen sausen, denn es wäre wahrscheinlich zwecklos gewesen, pünktlich im Startblock zu erscheinen. Für kleinere Angelegenheiten mussten wie so oft die Büsche herhalten.
5:15 Uhr - die Stimmung stieg unaufhaltsam in den jetzt vollen Startblöcken. Es waren nur kühle 6°C an diesem Morgen und viele Südafrikaner froren erbärmlich. Wir Europäer sind da sicherlich noch andere Temperaturen gewöhnt. Aus den Lautsprechern erhallten die letzten Tipps des Moderators und die Menge wurde anschließend durch die laute Ansprache eines Zulu-Kriegers aufgepeitscht. Als nächstes erfolgte das Abspielen und Mitsingen der Nationalhymne Südafrikas, danach die sanften Klänge mit Vangelis Hit "Chariots Of Fire". Beide Stücke sind mittlerweile schon zur Tradition geworden. Bei manchem kroch die Gänsehaut hoch, sowie bei mir. Ein kurzer aber markanter Hahnenschrei durchschnitt die Nacht, ein Schuss aus der Pistole ertönte und dann folgte der Donner eines Kanonenschlags – sodann setzte sich die Menge langsam in Bewegung. Jetzt war es endlich soweit. Mein hartes Training der letzten Monate sollte seinen krönenden Abschluss finden. Aber reichte meine Vorbereitung wirklich aus?
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